Kleine Kunstwerke aus der eigenen Küche
Petit Fours gehören zu den elegantesten Süßigkeiten überhaupt. Die kleinen, aufwendig dekorierten Häppchen sehen aus wie Miniaturkunstwerke und machen auf jedem Buffet, jeder Kaffeetafel und jeder Feier eine beeindruckende Figur. Wer denkt, sie seien nur Profis vorbehalten, irrt sich: Mit dem richtigen Rezept und etwas Geduld lassen sie sich auch zu Hause sehr gut herstellen. Dieser Artikel zeigt das klassische Grundrezept, erklärt die verschiedenen Varianten und gibt alle Tipps, die man für das Gelingen braucht.
Was sind Petit Fours überhaupt?
Der Begriff stammt aus dem Frankreich des 18. Jahrhunderts und bedeutet wörtlich übersetzt „kleiner Ofen“. Der Name leitet sich aus der Entstehungsgeschichte ab: Früher nutzten Bäcker die Restwärme ihrer großen Produktionsöfen, um die kleinen Gebäckstücke zu backen, die bei niedrigerer Temperatur besonders fein wurden. An den europäischen Höfen wurden sie schnell zum beliebten Feingebäck, das in aufwendigen Arrangements serviert wurde.
Heute versteht man unter Petit Fours kleine, in der Regel nicht mehr als drei bis vier Zentimeter große Gebäckstücke, die entweder glasiert oder unglasiert serviert werden. Sie sind ein fester Bestandteil der französischen Konditoreitradition und haben längst auch die deutsche Kaffeekultur erobert.
Glasiert oder unglasiert: Die zwei Hauptvarianten
- Glasierte Petit Fours: Haben einen Biskuitteig als Grundlage, werden zwischen den Schichten mit Cremes oder Marzipan gefüllt und anschließend vollständig mit einer Zuckerglasur überzogen. Die Glasur wird oft bunt eingefärbt und mit Zuckerperlen, Marzipanblumen oder anderen Dekoelementen verziert.
- Unglasierte Petit Fours: Basieren auf Blätterteig, kleinen Makronen oder Biskuits. Die Glasur entfällt, dafür gibt es bei dieser Variante auch herzhafte Versionen mit Käse, Schinken oder Gemüse als Füllung.
- Petit Fours secs: Trockene Variante ohne Füllung, meist kleine Kekse, Tuiles oder Macarons. Einfacher herzustellen, aber optisch genauso ansprechend.
- Petit Fours glacés: Die aufwendigste Variante mit vollständiger Glasur. Sie ist das, was die meisten unter dem Begriff verstehen und was auf Etageren am schönsten aussieht.
Grundlagen und weiterführende Backtipps gibt es auf back-ratgeber.de.

Das klassische Rezept für ca. 10 Stück
Zutaten für den Biskuitteig
- 2 Eier (Zimmertemperatur)
- 25 g Zucker
- 1 TL Vanilleextrakt
- 1 Prise Salz
- 40 g Mehl
- 10 g Speisestärke
Zutaten für die Füllung
- 2 EL Orangensaft
- 75 g feine Erdbeermarmelade
- 100 g Marzipanrohmasse
- 50 g Puderzucker
Zutaten für den Zuckerguss und das Dekor
- 75 g Puderzucker
- 2 EL Zitronensaft
- Lebensmittelfarbe nach Wunsch
- Zuckerperlen, Blüten, Herzen oder andere Dekorelemente
Zubereitung Schritt für Schritt
Den Biskuitteig backen
- Eier aufschlagenEier mit Zucker, Vanilleextrakt und Salz in einer Schüssel etwa 5 Minuten aufschlagen, bis eine helle, cremige Masse entsteht. Die Eier sollten Zimmertemperatur haben, damit die Masse besser aufgeht.
- Mehl einsiebenMehl und Stärke in einer separaten Schüssel mischen. Unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen in die Eiermasse sieben. Das Einsieben unter Rühren ist wichtig, damit der Teig nicht klumpig wird.
- BackenBackofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Fläche von ca. 32 x 37 cm mit Backpapier auslegen und einen Rahmen aus Alufolie oder einen Gummibackrahmen formen, damit der Teig nicht wegläuft. Teig gleichmäßig verteilen und 12 bis 15 Minuten backen.
- AbkühlenTeig aus der Form lösen, mit einem Geschirrtuch abdecken und vollständig abkühlen lassen.
Die Füllung vorbereiten und schichten
- Teig tränkenDen abgekühlten Biskuit mit Orangensaft bestreichen und kurz einziehen lassen.
- Marmelade auftragenErdbeermarmelade im Wasserbad erwärmen, bis sie streichfähig ist, dann gleichmäßig auf dem Biskuit verteilen.
- In vier Teile schneidenDen Teig in vier gleich große Stücke schneiden und diese aufeinanderstapeln.
- Marzipan auflegenMarzipanrohmasse mit Puderzucker verkneten, bis eine geschmeidige Masse entsteht. Nicht zu viel Puderzucker verwenden. Marzipan ausrollen, auf die Größe der Biskuitplatten schneiden und oben auflegen.
- Pressen und kühlenEin Stück Backpapier oben auflegen und leicht beschweren, damit die Schichten gerade bleiben. Mindestens 30 Minuten kühlen lassen.
- SchneidenIn 3,5 x 3,5 cm große Stücke schneiden. Tipp: Erst die Marzipandecke schneiden, dann bis zum Biskuitboden, damit sich die weiche Marzipanschicht nicht verformt.
Glasur und Dekoration
- Zuckerguss anrührenPuderzucker und Zitronensaft zu einer glatten, nicht zu flüssigen Masse verrühren. Sparsam mit Lebensmittelfarbe einfärben, da zu viel Farbe den Guss wässrig macht und das Trocknen verhindert.
- Petit Fours glasierenMit einem Backpinsel jeden Würfel mit dem Guss bestreichen. Besonders schön wirkt es, wenn der Guss an einer Seite leicht herunterläuft, da so ein schöner Farbkontrast zum Teig entsteht.
- DekorierenSolange der Guss noch feucht ist, mit Zuckerperlen, essbaren Blüten oder anderen Dekorelementen verzieren.
- Trocknen lassenPetit Fours auf einem Gitter vollständig trocknen lassen, bevor sie serviert oder in Papierförmchen drapiert werden.
Servieren und präsentieren
Wenn der Guss fest ist, macht es sich gut, die kleinen Törtchen in hübsche Papierförmchen zu setzen. Muffinförmchen in passenden Farben sind leicht erhältlich und geben dem Gebäck eine professionelle Optik. Auf einer Etagere angerichtet, werden Petit Fours zum absoluten Blickfang auf jedem Buffet.
Essbare Blüten in Pastellfarben machen auch auf einem einfachen Teller einen außergewöhnlichen Eindruck. Wer Petit Fours als Geschenk mitbringen möchte, verpackt sie in einer kleinen Schachtel mit transparentem Deckel, damit die Dekoration sichtbar bleibt.
Eine schöne Ergänzung auf dem Desserttisch bildet das Schokofondue, das sich gut mit den kleinen Gebäckstücken kombinieren lässt. Wer lieber Cupcakes backt, findet bei den besten Cupcakes-Geschmacksrichtungen viele Ideen für die nächste Kaffeetafel.
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Warum Petit Fours so viel Aufwand wert sind
Es gibt Gebäckstücke, die man isst und vergisst. Petit Fours gehören nicht dazu. Der Moment, in dem man eines dieser kleinen, akkurat glasierten Törtchen vom Tablett nimmt und in einem einzigen Bissen verschwinden lässt, hat etwas Besonderes. Nicht weil sie besonders kompliziert sind, sondern weil die Sorgfalt, die in ihrer Herstellung steckt, sofort spürbar ist. Wer sie zum ersten Mal selbst macht, versteht schnell, warum sie seit Jahrhunderten zu den beliebtesten Feingebäcken der Welt gehören. Und wer sie zum zweiten Mal macht, ist schon deutlich schneller.
