Granatapfelsirup: Süße Vielseitigkeit mit einem Hauch von Säure
Granatapfelsirup ist eine der großen Geheimwaffen der orientalischen Küche. Durch seine intensive rote Farbe und den süß-sauren Geschmack verleiht er Gerichten eine sofort erkennbare Note. In diesem Artikel zeigen wir, wie er hergestellt wird, welche Arten es gibt und wie man ihn in der Küche einsetzt.
Er wird auch als „Pomegranate Molasses“ im Englischen oder „Nar Ekşisi“ im Türkischen bezeichnet. In einigen Rezepten findet man auch die Bezeichnung „Granatapfelmelasse“. Seit Jahrhunderten ist er ein fester Bestandteil der nahöstlichen und mediterranen Küche.
Was ist Granatapfelsirup und woher stammt er?
Granatapfelsirup ist ein dickflüssiger Sirup, der aus eingekochtem Granatapfelsaft hergestellt wird. Er hat eine intensive rote Farbe und einen süß-sauren Geschmack mit leicht herber Note. Er wird häufig in Salatdressings, Saucen, Desserts und Marinaden verwendet und kann auch als Saftverstärker in Getränken dienen.
Beliebte Produkte
Letzte Aktualisierung am 8.02.2026 / Affiliate Links* / Bilder* , Produkttexte und Preise von der Amazon Product Advertising API - dafür keine Gewähr, Platzierung nach Amazonverkaufsrang
Wie wird Granatapfelsirup hergestellt?
Die industrielle Herstellung beginnt mit dem Auspressen der Granatäpfel. Der gewonnene Saft wird dann erhitzt, um überschüssiges Wasser zu verdampfen und den Sirup zu konzentrieren. Zitronensaft verstärkt dabei den Geschmack.
Granatapfelsirup selbst herstellen
Zutaten:
- 1 Liter Granatapfelsaft (rein, ohne Zuckerzusatz)
- 1/2 Tasse Zucker
- 1 EL Zitronensaft
Anleitung:
- Granatapfelsaft, Zucker und Zitronensaft in einem großen Topf mischen.
- Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen.
- Hitze reduzieren und etwa 60 bis 75 Minuten köcheln lassen, dabei immer wieder umrühren.
- Die Flüssigkeit sollte um die Hälfte reduziert und sirupartig eingedickt sein.
- Topf vom Herd nehmen und den Sirup abkühlen lassen.
- Den abgekühlten Sirup durch ein Sieb gießen und in eine saubere Flasche füllen.
Im Kühlschrank hält er sich etwa 3 bis 4 Wochen.
Welche Arten gibt es und was unterscheidet sie?
Es gibt verschiedene Sorten, die sich in Geschmack und Konsistenz unterscheiden. Einige sind süßer und dickflüssiger, andere haben einen stärkeren säuerlichen Charakter.
| Art | Geschmack | Farbe | Zuckerzusatz | Hauptverwendung | Haltbarkeit |
| Reiner Granatapfelsirup | Süß, leicht säuerlich | Dunkelrot | Nein | Saucen, Dressings, Desserts | 3 bis 4 Wochen |
| Gesüßter Granatapfelsirup | Sehr süß | Dunkelrot | Ja | Desserts, Getränke | 3 bis 4 Wochen |
| Gewürzter Granatapfelsirup | Süß, aromatisch | Dunkelrot | Optional | Fleischgerichte, Marinaden | 3 bis 4 Wochen |
| Verdünnter Granatapfelsirup | Mild süß | Hellrot | Ja | Getränke, Cocktails | 2 bis 3 Wochen |
Erfrischende Getränke mit Granatapfelsirup
Er eignet sich hervorragend als Basis für Sommergetränke.
Granatapfel-Spritzer
Zutaten: 2 EL Granatapfelsirup, 1 Glas Sodawasser, Eiswürfel, Zitronenscheibe.
- Eiswürfel in ein Glas geben.
- Granatapfelsirup hinzufügen.
- Mit Sodawasser auffüllen und umrühren.
- Mit einer Zitronenscheibe garnieren.
Granatapfel-Minz-Limonade
Zutaten: 2 EL Granatapfelsirup, 1 EL frisch gepresster Zitronensaft, 1 TL Minzsirup, 1 Glas kaltes Wasser, Eiswürfel, Minzblätter.
- Sirup, Zitronensaft und Minzsirup in ein Glas geben und umrühren.
- Eiswürfel hinzufügen und mit Wasser auffüllen.
- Mit Minzblättern garnieren.
Granatapfelsirup in der Dessertküche
Granatapfel-Panna Cotta
Zutaten: 400 ml Sahne, 100 ml Milch, 3 Blätter Gelatine, 2 EL Granatapfelsirup, 1 TL Vanilleextrakt, Granatapfelkerne zur Dekoration.
- Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
- Sahne, Milch, Granatapfelsirup und Vanilleextrakt in einem Topf erwärmen.
- Gelatine ausdrücken und in der warmen Mischung auflösen.
- In Förmchen füllen und mindestens 4 Stunden kaltstellen.
- Vor dem Servieren mit Granatapfelkernen dekorieren.
Granatapfel-Schokoladen-Muffins
Zutaten: 200 g Mehl, 150 g Zucker, 50 g Kakaopulver, 2 TL Backpulver, 1 TL Natron, 200 ml Buttermilch, 100 ml Öl, 2 Eier, 4 EL Granatapfelsirup, Granatapfelkerne und Schokostreusel.
- Ofen auf 180 Grad vorheizen.
- Trockene Zutaten in einer Schüssel mischen.
- Buttermilch, Öl, Eier und Granatapfelsirup hinzufügen und verrühren.
- Teig in Muffinförmchen füllen und 20 bis 25 Minuten backen.
- Abkühlen lassen und mit Granatapfelkernen und Schokostreuseln dekorieren.
Granatapfelsirup als Marinade für Fleischgerichte
Die süß-säuerliche Note des Sirups macht ihn zu einer idealen Zutat für Marinaden.
Granatapfel-Hühnchen-Marinade
Zutaten: 4 Hühnerbrustfilets, 4 EL Granatapfelsirup, 2 EL Sojasauce, 1 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen gehackt, 1 TL Rosmarin oder Thymian.
- Alle Zutaten mischen und Filets hineinlegen.
- Mindestens 2 Stunden im Kühlschrank marinieren.
- Grillen oder in der Pfanne braten.
Granatapfel-Lamm-Marinade
Zutaten: 4 Lammkoteletts, 4 EL Granatapfelsirup, 2 EL Rotwein, 1 EL Olivenöl, 2 Knoblauchzehen, 1 TL Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer.
- Alle Zutaten mischen und Lammkoteletts hineinlegen.
- Mindestens 4 Stunden im Kühlschrank marinieren.
- Grillen oder im Ofen braten.
In der vegetarischen Küche: Gemüsegerichte mit Granatapfelsirup

Granatapfel-Glasierte Karotten
Zutaten: 500 g Karotten, 3 EL Granatapfelsirup, 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer, frische Petersilie.
- Ofen auf 200 Grad vorheizen.
- Karotten mit Olivenöl, Sirup, Salz und Pfeffer mischen und auf einem Backblech verteilen.
- 20 bis 25 Minuten rösten und mit Petersilie garnieren.
Granatapfel-Auberginen-Salat
Zutaten: 2 große Auberginen, 4 EL Granatapfelsirup, 2 EL Olivenöl, 1 Knoblauchzehe, 1 TL Korianderpulver, Salz und Pfeffer, Granatapfelkerne und Minzblätter.
- Auberginen in Scheiben schneiden und salzen. 15 Minuten stehen lassen, abspülen und trockentupfen.
- In Olivenöl anbraten, dann Knoblauch, Korianderpulver und Sirup hinzufügen.
- 5 Minuten weiterköcheln lassen und mit Granatapfelkernen und Minze garnieren.
Granatapfelsirup ist eine vielseitige Zutat, die sowohl in herzhaften Gerichten als auch in süßen Desserts und Getränken überzeugt. Wer weitere fruchtige Sirupideen sucht, findet beim Traubensirup eine spannende Ergänzung.
Warum ist Granatapfelsirup in der orientalischen Küche unverzichtbar, obwohl er im Westen kaum bekannt ist?
Das Gericht „Fesenjan“ aus dem Iran gibt die Antwort. Hühnchen oder Lamm wird darin mit gemahlenen Walnüssen und Granatapfelsirup geschmort — das Ergebnis ist ein Gericht, das gleichzeitig nussig, fruchtig, süß und säuerlich ist, ohne dass eine dieser Dimensionen dominiert. Genau das ist das Geheimnis des Sirups: Er balanciert Aromen, anstatt sie zu überdecken. In der persischen, libanesischen und türkischen Küche wird er seit Jahrhunderten nicht als Süßungsmittel, sondern als Geschmacksträger eingesetzt.
Im Westen hat er diesen Ruf noch nicht aufgebaut, obwohl er sich in Salatdressings, Glasuren und sogar Desserts genauso gut macht. Wer ihn einmal in einem Salatdressing aus Olivenöl, Zitronensaft und Granatapfelsirup probiert hat, versteht sofort, warum er in vielen Küchen als Pflichtbestand gilt. Wer noch tiefer in die Welt der fruchtigen Küchenaromen eintauchen möchte, findet beim Kaktusfeigensirup einen spannenden Vergleich.
Häufige Fragen
Er ist ein eingekochter, konzentrierter Fruchtsaft aus Granatäpfeln mit süß-saurem Geschmack. Er wird in der orientalischen Küche seit Jahrhunderten als Geschmacksträger in Marinaden, Dressings, Saucen und Desserts eingesetzt. Außerhalb dieser Region ist er vor allem als Cocktailzutat und als Topping für Desserts bekannt.
Man benötigt reinen Granatapfelsaft, eine kleine Menge Zucker und Zitronensaft. Alles zusammen auf mittlerer Hitze aufkochen und dann 60 bis 75 Minuten auf niedriger Stufe einkochen lassen, bis die Flüssigkeit auf die Hälfte reduziert und sirupartig ist. Abkühlen lassen und in eine saubere Flasche füllen.
Im Kühlschrank hält er sich nach dem Öffnen oder nach der Herstellung etwa 3 bis 4 Wochen. Fest verschlossen und kühl gelagert kann er sich länger halten. Auf Schimmel oder Veränderungen im Geruch achten.
Sehr gut sogar. In der orientalischen Küche ist er ein klassischer Bestandteil von Fleischmarinaden, weil seine Säure das Fleisch zart macht und die Süße beim Grillen eine schöne Glasur bildet. Auch in Salatdressings und herzhaften Soßen für Lammgerichte oder Auberginen funktioniert er ausgezeichnet.
Der Sirup ist stark konzentriert und eingedickt, Granatapfelsaft dagegen flüssig und trinkfertig. Geschmacklich ist der Sirup intensiver, süß-säuerlicher und deutlich aromatischer. In Rezepten sind beide nicht austauschbar, da der Sirup viel weniger Flüssigkeit mitbringt und eine ganz andere Konsistenz hat.
